20 Nov. Ich muss überleben!
Wusstest du, dass Überleben und neues Leben schaffen zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen gehören? Vielleicht sind es sogar die wichtigsten Bedürfnisse überhaupt, unter die sich fast alles andere unterordnet.

Unsere Vorfahren überlebten. Zumindest solange, bis sie neues Leben weitergeben konnten. Sonst gäbe es uns heute nicht.
Im Alltag denken wir kaum darüber nach. Wir betrachten es als „normal“, lange zu leben und relativ sicher zu sein. Doch ein Blick nur sieben Generationen zurück zeigt, wie jung dieses Gefühl der Sicherheit eigentlich ist. Um 1870 lag die mittlere Lebenserwartung bei etwa 37 Jahren und rund ein Viertel aller Säuglinge starb, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, groß zu werden. Die Ursachen waren vielfältig: Krankheiten, mangelhafte Ernährung, fehlende Hygiene, harte Arbeitsbedingungen, Armut, politische Unruhen und Kriege.
Unter solchen Umständen war Überleben weder für den Einzelnen noch für Familien oder ganze Gemeinschaften selbstverständlich. Die Menschen wussten, dass nur ein Teil ihrer Kinder das Erwachsenenalter erreichen würde und damit die Möglichkeit, selbst neues Leben weiterzugeben. Eine hohe Kinderzahl war damals oft die einzige Chance, dem tief verwurzelten Überlebensbedürfnis gerecht zu werden.

Mit zunehmendem medizinischem Fortschritt, besserer Hygiene und sichereren Lebensumständen änderten sich die Bedingungen grundlegend. Viele Risiken, die das Leben früher stark bedrohten, sind heute verschwunden oder stark reduziert. Doch die Erinnerungen daran leben weiter – nicht bewusst, sondern tief verankert in unserem biologischen Erbe.
Die Epigenetik, ein noch junges Forschungsfeld, zeigt, dass Erfahrungen von Mangel, Gefahr oder Trauma über Generationen hinweg Spuren hinterlassen können. Unter bestimmten äußeren Bedingungen können diese alten Erinnerungen wieder wach werden, oft ohne dass wir verstehen, woher unsere Reaktionen kommen.
Heute sind es Themen wie Umweltbelastung, wirtschaftliche Unsicherheit, Wohnungsknappheit, Mobbing, Terror oder der Klimawandel, die diese alten Programme in uns aktivieren können. Unser Gehirn schaltet dann in den alten Überlebensmodus: Kampf oder Flucht. Kreativität und Problemlösung fallen uns schwer, bewusste Entscheidungen werden durch automatische Reaktionen ersetzt. Wir fühlen uns blockiert, gelähmt, machtlos. Wir kreisen um das Problem statt um dessen Lösung, eine emotionale Abwärtsspirale beginnt. Wir stecken fest in einer inneren Sackgasse: Ich muss überleben!

Was kannst du dagegen tun?
Auf den ersten Blick scheint es am einfachsten, die äußeren Risikothemen zu beseitigen. Doch schnell wird klar: Als Einzelperson hast du darauf nur begrenzten Einfluss. Viel wirksamer und schneller umsetzbar ist der Weg, bei dir selbst zu beginnen.
Sicher kennst du Menschen, die trotz aller Herausforderungen im Außen mental und emotional erstaunlich stabil bleiben. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Bahn werfen und finden immer wieder zurück in ihre Mitte. Diese Menschen besitzen eine hohe Resilienz. Sie sind wie ein Stehaufmännchen. Wird es angestoßen, richtet es sich von selbst wieder auf.

In der Kinesiologie unterstützen wir Menschen dabei, genau diesen Zustand wiederzugewinnen. Wir finden die inneren Blockaden, die verhindern, dass du in dein Gleichgewicht zurückfindest. Diese Blockaden lassen sich mit einfachen, sanften Übungen lösen. Übungen, die du später auch selbstständig anwenden kannst, um dich zu stärken und vorzubeugen.
Wenn du dir die letzten sieben Generationen ansiehst, stehen hinter dir rund 254 Menschen: Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und viele weitere Vorfahren. All diese Menschen haben dir etwas mitgegeben. Fähigkeiten, Stärken, Erfahrungen, aber vielleicht auch Sätze wie „Du musst überleben!“. Sie handelten in guter Absicht. Sie konnten nicht wissen, dass dieser Satz in deiner heutigen Welt nicht mehr hilfreich ist, ja sogar hinderlich sein kann. Dass er dich vielleicht davon abhält, dein eigenes Leben frei zu gestalten, weil dein inneres System noch immer auf „Gefahr“ programmiert ist.
In einer kinesiologisch-systemischen Familienaufstellung wird dieses innere Bild sichtbar. Alte Verstrickungen, die einst schützend gemeint waren, können sich lösen. Du spürst vielleicht, wie sich der Satz „Du musst überleben!“ verwandelt in „Du darfst leben!“, oder „Du lebst dein Leben!“.
Mit diesem neuen inneren Selbstbild darf dein Leben leichter werden. Neue Wege zeigen sich, die vorher nicht greifbar waren.
Zusätzlich kann die Bioenergetik helfen, den Ursprung von Blockaden sichtbar zu machen und energetische „Bremsen“ zu lösen. Oft wirkt sie wie ein sanftes Rücksetzen des Systems hin zu Klarheit, Kraft und innerer Freiheit.
Wenn du das Gefühl hast, dass der Satz „Ich muss überleben!“ irgendwo tief in dir schlummert und du daraus ein „Ich darf leben!“ machen möchtest, begleiten wir dich gerne auf diesem Weg.
Lass uns in einem kostenfreien Impulsgespräch darüber sprechen. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Gehe deinen persönlichen Weg. Du hast die Wahl.
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Elisabeth und Walter Roggenstein