Wo kommst du her, wo gehst du hin?

Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Den Geschichtsunterricht in der Schule.
Für mich bestand Geschichte lange Zeit vor allem aus Jahreszahlen, Namen und Ereignissen, die ich kaum miteinander in Verbindung bringen konnte. Dazu kam das endlose Auswendiglernen. Was mir fehlte, waren die Geschichten hinter den Zahlen und vor allem die Verbindung zu meinem eigenen Leben und zur Gegenwart.

Von all den Geschichtsereignissen, die ich im Laufe meiner Schulzeit kennenlernte, blieb mir deshalb ausgerechnet ein Satz eines meiner Lehrer besonders im Gedächtnis: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.“

Damals konnte ich mit diesem Satz wenig anfangen. Was sollte die Vergangenheit mit meinem Leben heute zu tun haben? Also legte ich ihn gedanklich in eine Schublade.
Dort blieb er viele Jahrzehnte liegen. Vergessen, aber nicht verloren.

Bis ich eines Tages Familienaufstellungen kennenlernte. Plötzlich tauchte dieser alte Satz wieder auf. Und auf einmal begann ich zu verstehen, was mein Geschichtslehrer damals gemeint hatte.

Denn Geschichte ist nicht nur das, was in Schulbüchern steht. Sie ist auch das, was wir mit uns tragen. Die Geschichten unserer Eltern und Großeltern, ihre Erfahrungen, Verluste, Entscheidungen und ungelösten Schicksale können Spuren hinterlassen. Manchmal über Generationen hinweg.
Und so begann für mich eine ganz neue Reise zu einer Frage, die viel näher an uns liegt, als ich damals im Geschichtsunterricht dachte.

Alte Geschichten bilden Wurzeln
Früher war die Verbindung zur eigenen Geschichte oft ganz selbstverständlich. Menschen lebten nicht selten ihr ganzes Leben an dem Ort, an dem sie geboren worden waren.
Sie kannten ihre Großeltern und vielleicht sogar noch ihre Urgroßeltern. Geschichten wurden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Man erfuhr, wer die eigenen Vorfahren waren, wie sie gelebt hatten, was sie erlebt, verloren und bewältigt hatten. So entstand ganz nebenbei etwas, das heute vielen Menschen fehlt, eine Verbindung zu den eigenen Wurzeln.

Wald - Mensch steht in einem alten Baum

Heute leben wir oft ganz anders. Familien sind über verschiedene Städte und Länder verstreut. Alte Geschichten gehen verloren und vieles, was unsere Vorfahren erlebt haben, bleibt im Dunkeln. Vielleicht lohnt es sich deshalb, wieder genauer hinzuschauen. Denn wenn wir verstehen, woher wir kommen, können wir vielleicht auch besser verstehen, wer wir heute sind und wohin wir gehen wollen.

Das innere Bild – Die Geschichte, die in uns weiterlebt
In jedem von uns gibt es ein inneres Bild. Ein Bild davon, wer wir sind, woher wir kommen und welchen Platz wir im Leben einnehmen. Oft ist es uns gar nicht bewusst und doch begleitet es uns jeden Tag. Es beeinflusst, wie wir über uns denken, was wir fühlen, wie wir Beziehungen gestalten und welche Entscheidungen wir treffen.

Dieses innere Bild kann zu einem Schlüssel für ein zufriedenes und gesundes Leben werden.
Denn es ist wie eine innere Referenz, an der wir uns immer wieder orientieren. Die spannende Frage ist deshalb: Was sehen wir eigentlich, wenn wir unser inneres Bild betrachten?

Wenn wir genauer hinschauen, entdecken wir dort nicht nur uns selbst. Hinter uns steht eine ganze Geschichte.
Da sind zunächst unsere Eltern. Hinter ihnen stehen deren Eltern, davor wiederum deren Eltern Generation für Generation. Blicken wir bis zu sieben Generationen zurück, begegnen uns allein auf der Ebene unserer direkten Vorfahren 256 Menschen, die zu unserer Geschichte gehören.
Menschen, die gelebt, geliebt, gehofft, gekämpft, verloren und gewonnen haben. Menschen, die unter sehr unterschiedlichen, manchmal schwierigen Bedingungen ihren Weg gegangen sind. Und vor allem Menschen, die das Leben weitergegeben haben, bis es schließlich bei uns angekommen ist.

Doch unser inneres Bild endet nicht bei den direkten Vorfahren. Wir können auch die Geschwister dieser Menschen entdecken, ihre Partner und ihre Kinder. So entsteht hinter uns ein weit verzweigtes Netz von Menschen und Lebensgeschichten. Jeder Einzelne von ihnen hatte seine eigene Geschichte. Sie erlebten Glück und Schmerz, Erfolg und Scheitern, Nähe und Verlust. Sie entwickelten Fähigkeiten, Überzeugungen und Eigenarten, die sie einzigartig machten. Manche mussten Entscheidungen treffen, die wir heute vielleicht nicht verstehen können. Andere trugen Erfahrungen mit sich, von denen wir nie erfahren haben.
Und doch ist etwas von dieser langen Geschichte bis zu uns gelangt. Wir stehen am Ende einer Kette von Leben.

Unser inneres Bild ist interaktiv
Beim Betrachten unseres inneren Bildes können wir beginnen, unseren Platz in dieser großen Geschichte wahrzunehmen. Wir können neu entdecken, was uns trägt, was uns geprägt hat und was wir heute aus unserer Familiengeschichte mitnehmen möchten.
Und das Besondere ist: Unser inneres Bild ist nicht statisch. Es ist interaktiv.

Gemaltes Bild mit Erdkugel, Himmel, Sonne, Wald

Wir können dieses Bild weiterzeichnen, neue Farben hinzufügen und vielleicht auch Dinge verändern, die sich für uns nicht stimmig anfühlen. Wir können alte Muster erkennen, neue Perspektiven gewinnen und unserem eigenen Leben eine andere Richtung geben.

Wir selbst sind die Künstler unseres Lebensbildes
Doch wo befindet sich dieses Bild eigentlich? Und wie können wir es sichtbar machen?
Unser inneres Bild ist tief in unserem Unterbewusstsein, im Gedächtnis unserer Zellen, verankert. Einen Teil davon kennen wir bereits. Es sind die Geschichten unseres eigenen Lebens, die Erlebnisse unserer Kindheit und die Erzählungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Doch was ist mit all dem, was wir nicht wissen? Was ist mit den Geschichten unserer Vorfahren, die nie erzählt wurden? Mit den Erfahrungen, über die niemand mehr spricht? Mit Schicksalen, Entscheidungen, Verlusten oder besonderen Ereignissen, die längst vergessen scheinen – und die dennoch Teil unserer Familiengeschichte sind?

Können auch diese unsichtbaren Geschichten in unserem inneren Bild weiterwirken?
Genau hier wird es spannend. Denn manchmal spüren wir etwas, ohne zu wissen, woher es kommt. Wir reagieren auf eine Situation stärker, als wir es uns erklären können. Wir tragen Gefühle oder Verhaltensweisen in uns, für die wir scheinbar keine eigene Ursache finden.

Eine Familienaufstellung kann dabei helfen, solchen verborgenen Zusammenhängen auf die Spur zu kommen. Sie macht das Unsichtbare sichtbar und gibt unserem inneren Bild eine äußere Form. Was bisher nur als Ahnung, Gefühl oder unbewusstes Muster in uns vorhanden war, kann plötzlich vor uns stehen. Und manchmal beginnt genau dort eine neue Geschichte, unsere eigene.
Das Ziel ist nicht, die Vergangenheit zu verändern, sondern unseren Blick auf sie und unseren Umgang mit ihr.

Systemisch-kinesiologische Familienaufstellung
Das Besondere an der systemisch-kinesiologischen Familienaufstellung ist die Verbindung zweier Ansätze. Neben den systemischen Elementen nutzen wir auch kinesiologische Auflösungstechniken. Dadurch können wir nicht nur sichtbar machen, was sich in unserem inneren Familienbild zeigt, sondern auch gezielt mit den dabei auftretenden Blockaden und Reaktionen arbeiten.

Familienaufstellung - Anerkennen was ist, finden was wirkt.

Dabei begegnen wir allen Beteiligten allparteilich. Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen oder zu bewerten. Jeder Mensch und jedes Schicksal darf seinen Platz und seine Würdigung finden.

Eine systemisch-kinesiologische Familienaufstellung endet deshalb nicht einfach dann, wenn ein bestimmtes Bild entstanden ist. Sie ist abgeschlossen, wenn sich für alle aufgestellten Personen eine stimmige neue Position entwickelt hat und sich daraus eine nachhaltige Veränderung für das Leben des Klienten ergeben kann.

So kann aus einem zunächst unsichtbaren inneren Bild ein neues, stimmigeres Bild entstehen.
Ein Bild, in dem jeder seinen Platz finden darf und in dem auch wir selbst unseren Platz im Leben neu entdecken können.

Wenn auch du deine Position im Leben entdecken und vielleicht verändern möchtest, freuen wir uns, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

Lass uns einfach Sprechen. Persönlich. Wir freuen uns auf dich.

Gehe deinen persönlichen Weg. Du hast die Wahl.

Elisabeth und Walter Roggenstein

Elisabeth und Walter Roggenstein