Auch Indianer dürfen mal weinen

Wir alle haben sie – diese Sätze aus Kindheitstagen, die sich in unser Hirn eingebrannt haben wie ein altes Tattoo. Einer der hartnäckigsten: „Indianer weinen nicht.“

Was man uns damit eigentlich sagen wollte: Wenn du Gefühle zeigst, bist du schwach.
Dass dieser Satz auch heute noch nachhallt, sieht man an der Diskussion: Darf ein Bundeskanzler weinen, wenn ihn etwas tief bewegt?
Ist das Schwach? Stark? Oder einfach ganz normal?

Was ist eigentlich ein Gefühl?
Klingt philosophisch, ist aber Biologie. Gefühle entstehen im Mittelhirn – ausgelöst durch äußere Reize – und schicken sofort Signale an den Rest unseres Körpers.
Kalte Hände, roter Kopf, Herzklopfen. Gefühle helfen uns, blitzschnell Situationen einzuschätzen: Bedrohung oder Entwarnung?
Freude, Trauer, Angst, Wut, Ekel, Überraschung und Verachtung – das sind die Grundgefühle. Und die kennt jeder Mensch, in jeder Kultur.

Kinder machen’s vor: Gefühle raus – und zwar sofort
Wer schon mal einem Kind beim Toben, Heulen oder Lachen zugesehen hat, weiß: Gefühle sind da – und sie kommen raus. Ungefiltert.

Mit dem Erwachsenwerden lernen wir, diese Impulse zu regulieren. Und das ist auch gut so. Niemand will mit 40 noch Wutanfälle à la Trotzphase durchleben.
Aber: Oft übertreiben wir’s mit der Selbstkontrolle. Statt nur zu steuern, drücken wir Gefühle ganz weg. Und genau da beginnt das Problem.

„Reiß dich zusammen!“ – Und andere emotionale Bremsklötze
Viele von uns haben gelernt: Wut? – Unangebracht. Traurigkeit? – Bloß nicht zeigen. Angst? – Schwäche.
Und dann wundern wir uns später, warum uns Nähe schwerfällt, warum Konflikte eskalieren oder warum wir abends mit Magenschmerzen auf dem Sofa sitzen.
Das ist kein Zufall. Unterdrückte Gefühle verschwinden nicht – sie lagern sich ein. Im Körper, im Kopf, in der Seele.


Was nicht raus darf, kommt irgendwann mit Wucht
Wer ständig auf „emotionaler Sparflamme“ lebt, muss sich nicht wundern, wenn der Kessel irgendwann explodiert – mit Wutausbrüchen, psychosomatischen Beschwerden oder innerer Leere. Vor allem im Job und in Partnerschaften bleibt vieles unausgesprochen. Wir haben Angst, uns angreifbar zu machen. Dabei könnten gerade diese Gespräche Nähe und Vertrauen schaffen.

Reden hilft – und Weinen auch
Je länger wir unsere Gefühle ignorieren, desto mehr übernimmt unser Körper das Kommando. Im sogenannten Kampf- oder Fluchtmodus fährt das Gehirn alle nicht überlebenswichtigen Systeme runter – inklusive der Fähigkeit, klar zu denken oder kreative Lösungen zu finden.
Deshalb: Reden. Fühlen. Weinen, wenn’s sein muss.

In der Kinesiologie nutzen wir genau das. Nicht selten fließen Tränen – und das ist gut so. Denn: Weinen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt der Befreiung.

Und wir Kinesiologen haben gelernt, nicht nur mitzufühlen, sondern diesen Raum zu halten – ohne Bewertung, ohne „Jetzt reiß dich mal zusammen“.
Denn am Ende gehen alle gestärkt raus. Ja, auch Indianer dürfen weinen. Und vielleicht ist genau das heute der mutigste Schritt, den du machen kannst.

Wenn du spürst, dass es Zeit für Veränderung ist, sind wir da. Und gehen mit dir gemeinsam den ersten Schritt in Richtung Lösung.

Lass uns einfach Sprechen. Kostenlos. Persönlich.

Wir freuen uns auf dich. Der nächste Schritt wartet schon – und er darf leicht sein.

Gehe deinen persönlichen Weg. Du hast die Wahl.


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Elisabeth und Walter Roggenstein



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